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2012 Das Heimattreffen der Winziger und der Dorfgemeinden Patenstadt Meschede
vom 29.06. bis 02.07.2012 Einzelheiten werden in den nächsten Heimatklängen März/April 2012 (Ostern) bekanntgegeben
Liebe Heimatfreunde aus Winzig und den Gemeinden
des weiten Umlandes.
Es ist mal wieder soweit, tournusgemäß treffen wir uns in unserer Patenstadt Meschede im reizvollen Hochsauerland. die Begegnungen unserer Landsleute in dieser Stadt, waren von jeher für die Winziger etwas Besonderes. Wir wollen uns daran erinnern das im Jahre 1946 in Neufraunhofen das erste Winziger-Treffen stattfand. Eigentlich begann schon hier der absolute Wille zum Zusammenhalt der ehemaligen Bürger unserer Heimatstadt. Diese Gemeinde im Kreis Landshut in Bayern nahm im März 1945 einen Treck aus Winzig auf, 285 Menschen fanden von da an ein neues Zuhause. Die Menschen dieses kleinen Ortes erkannten sehr schnell, dass hier Hilfe und christliche Nächstenliebe dringend und sofort bitter nötig war. Dann trat ein Mann ein Mensch in Erscheinung, der kath. Pfarrer Willinek aus der Heimat, der ab sofort nur ein Ziel kannte; Die Winziger zusammen zu halten. So begann eigentlich die Geschichte unserer Stadt nach Flucht und Vertreibung. Mit dem ersten Treffen unserer Menschen anno 1946, 1 Jahr nach Kriegsende, der Pfarrer kämpfte mit eisernem Willen für seine Mitmenschen.
1946 im Juli beginnt eigentlich der 2. Akt für die Winziger, und damit kommt unsere Stadt Meschede in's Spiel. Im Juli des Jahres 1946 erhielten die, noch in der Heimat lebenden Deutschen, den "Marschbefehl" zum Verlassen der Stadt. Lange Trecks, begleitet von schwerbewaffneten polnischen Milizen, zogen in Richtung Wohlau. Spät am Abend kamen die Menschen dort an. Die Übernachtung erfolgte im Freien und oft auf bloßer Erde. Am nächsten Morgen, es mag so gegen 11.00 Uhr gewesen sein, begann das Eintreiben in verwahrloste,vor Dreck starrende Viehwagen. Es gab nicht mal Stroh man saß oder lag auf dem dreckigem Boden, In jeden Viehwagen waren zwischen 30 und 40 Winziger verfrachtet worden. Frauen, alte Menschen und Kinder wurden schlimmer als Vieh behandelt, Toiletten? die gab es nicht in einer Ecke des Wagens wurde während der langen Fahrt ins Ungewisse, die Notdurft erledigt. Das war nichts für empfindsame Seelen. An Essen durfte man nicht denken. Der Zug überquerte die "Neue Grenze" und endlich in Kohlfurt gab es eine Erholungspause. Hier wurden wir das erste Mal eingepudert, wir wurden entlaust. Es gab auch was zu Essen und zu trinken. Weiter ging es dann in Richtung Westen des deutschen Vaterlandes. Wohin ?? Keiner hat uns diese Frage beantwortet. Quer durch Deutschland ging es und wir waren in Magdeburg, aber es ging weiter, und nach ein paar Stunden kamen wir in Marienborn bei Helmstedt an. Im sogenannten Auffangslager, dort wurden wir endlich auch sowas wie menschlich behandelt, hier erfolgte die zweite Entlausungskur. Hier wurde auch unser Endziel angesagt. Am nächsten Tag gegen 11.00 Uhr sind wir, nun endlich in normalen Personenwaggons weitergereist, wie wir nun glaubten nach Brackwede irgendwo an der Weser. Bald aber merkten wir das unser Zug in Richtug Süden fuhr. Letztendlich kamen wir in Siegen am Abend an.
Unterkunft fanden wir in einer ehemaligen Kaserne Wellersberg. Hier konnten wir uns 1 Woche lang "erholen". Eine Entlausungskur, also die 3., durfte nicht fehlen. Von hier ging es nun in das Sauerland, nach rund 10 Stunden Bahnfahrt (80 km) kamen wir in der Stadt Meschede an. 1. Übernachtung in der Viehversteigerungshalle, man nannte sie auch die Bullenhalle. Andere Winziger kamen in die ehemaligen Schulungsbaraken auf den Ruhrwiesen. Damals wußten wir nicht das wir mit Meschede so etwas wie das große Los gezogen hatten. Obwohl die Kreisstadt durch Bombenangriffe, im Februar 1945 zu 75% zerstört war, wurde uns den "Polacken" Hilfe und Verständnis entgegen gebracht. Nach einigen Tagen wurden wir, so hofften wir das letzte Mal verlegt. Ein großer Tail der Menschen landete im Flüchtlingslager Föckinghausen bei Bestwig. Um unser Leben zu meistern haben wir uns ganz schnell nützlich gemacht. Wir haben mitunter sehr hart gearbeitet. Die Einheimischen erkannten sehr schnell unseren Fleiß und unseren guten Willen an. Irgendwann im Jahr 1948 kam dann auch Pfarrer Willinek nach Meschede . Schon wurde das erste Mescheder Heimattreffen der Winziger für das Jahr 1949 beschlossen. (Fortsetzung folgt)
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