Winzig im 20. Jahrhundert

16 km nördlich der Kreisstadt Wohlau am Schlesischen Landrücken liegt die alte Marktsiedlung Winzig. Diese kleine Stadt war vorwiegend landwirtschaftlich struktuiert. Über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bekannt für seine großen Viehmärkte und durch die Errichtung landwirtschaftlicher Industrien. Am Ende des wahnsinnigen Krieges im Jahre 1945 wurde die Stadt zum größten Teil zerstört. Weniger durch Kriegseinwirkungen, sondern vielmehr durch willkürliche Brandschatzung der durchziehenden sowjetischen Truppen. Spätestens im Jahre 1946 wurde die  Bevölkerung fast zu 100 % aus der angestammten Heimat ausgewiesen und lebten weit verstreut in den damaligen sog. Besatzungszonen.

Die Stadt Winzig auf der Höh hatte eine Flächengröße von 1.405,9 ha. Im Jahre 1925 waren 2203 Bürger dort ansässig. In 317 bewohnten Häusern gab es 588 Haushalte.

In der Stadt befanden sich eine evangelische und eine katholische Schule. Die evangelische Schule verfügte über sechs Volksschul- und drei gehobenen Klassen in sieben Klassenzimmern. Es unterrichteten sieben Lehrkräfte. Die katholische Schule verfügte über zwei Klassenzimmer, in denen 61 Schüler von zwei Lehrern unterrichtet wurden.

Heimatbriefe - Heimatklänge

 

Aus seiner unbedingten Treue zur Heimat, an Winzig, aus der Erkenntnis, hier muss etwas getan werden, um die Zusammengehörigkeit der Menschen aus der kleinen Stadt auf dem Berg und den Dörfern im weiten Umfeld zu erhalten, hatte unser Gottesmann, unser Pfarrer Josef Willinek, eine Idee. Heute müssen wir erkennen das der Pfarrer aus Winzig möglicherweise der Erste war, der erkannte, dass Briefe welcher Art auch immer, die beste Möglichkeit sind, die weit verstreuten Heimatfreunde zu erreichen. Nach diesem elenden Krieg und nach Flucht und Vertreibung galt es nun, den Menschen Glaube und Zuversicht und Treue an die Heimat zu vermitteln. Für diesen Seelsorger gab es keinen Unterschied des Glaubens, für ihn gab es nur noch Menschen aus der Heimat, die vielfach voller Leid und Verzweiflung nach einem Neuanfang suchten, aber immer noch beseelt waren von dem Gedanken: Irgendwann geht es wieder zurück und alles ist nur ein böser Traum. Schon im März 1946 verschickte unser Herr Willinek den 1. Heimatbrief. Man bedenke, dass war 10 Monate nach Ende des Krieges und 13 Monate nach der Flucht vor den entfesselten, aufgehetzten Soldaten der Sowjetunion. Nach Aufzeichnungen festgestellt sollen es schon damals mehr als 300 Briefe gewesen sein. Hierzu schreibt Herr Willinek nur lapidar:“ Einer musste ja den Anfang machen“. Was hier unter schwierigsten Bedingungen und mit viel Liebe zu den Menschen in Bewegung gesetzt wurde, sucht seines Gleichen. Viel Aufmunterung und Zuversicht kamen damit in das karge Dasein der Winziger. 1976, auf dem Weg nach Neufraunhofen zu einem Winziger Treffen, ist dieser herausragende Mensch leider viel zu früh verstorben. In der Zwischenzeit sind aus den damaligen Heimatbriefen die noch immer erscheinenden „Heimatklänge“ geworden. Nach dem Tod des Pfarrers Willinek wurde unser Heimatfreund, der Vorsitzende des Patenschaftsbeirates Herr Kurt Görlich, der neue Schriftleiter der Heimatklänge. Die Mitglieder des Beirates und hier besonders Frau Hildegard Günzel haben eine zwar mühevolle aber ausgezeichnete Arbeit geleistet. Ab der Ausgabe Nr. 168 im Dezember 1993 übernahm Frau Günzel die Schriftleitung allein. Im August 2003, mit der 199. Ausgabe unserer kleinen Zeitung, also nach 10 Jahren Arbeit für Winzig, legte sie dieses Amt nieder und damit auch in jüngere Hände. Ihr Nachfolger wurde Harald Dittrich. Es ging alles reibungslos, unser Hfr. Harald D. verstand es schon mit der Ausgabe 200 im Dezember 2003, die Leser von seinem Stil zu überzeugen, mit viel Agrippi hat er unserem Blatt neue Inhalte gegeben. Unfassbar und erschüttert waren wir, als wir die Nachricht von seiner Familie bekamen, dass Harald nach einem Unfall verstorben ist. Man konnte es nicht glauben, doch die Tatsache belehrte uns alle eines Besseren. Wie sollte es nun weitergehen? Wer übernimmt das mit sehr, sehr viel Arbeit verbundene Amt des Schriftleiters? Das Angebot von Herrn Dittrich jun. uns zu helfen, war einfach zu umständlich und es konnte so nicht verwirklicht werden. Bei dem Treffen in Seiffen war kein anwesender Hfr. bereit, die Schriftleitung zu übernehmen. Der Vorsitzende des Beirates ist der festen Überzeugung, dass die Heimatklänge das letzte Bindeglied für die Winziger und die Menschen „Drumherum“ darstellen. Noch dürfen wir das lieb gewordene Blättchen nicht aufgeben. Walter Zain und seine jüngste Tochter Angélique werden vorläufig die Schriftleitung führen, in der Hoffnung, dass sich doch noch ein Heimatfreund/-freundin mit dieser interessanten Arbeit befassen möchte. Die Ausgabe August/September 2008, die Nr. 213 im 63. Jahrgang war der Beginn einer neuen Ära. Ich denke mal, allen die für das Erhaltenbleiben unserer Winziger Zeitung gesorgt haben sind wir zu großem Dank verpflichtet, sie haben wesentlich dazu beigetragen das es die Heimatgemeinschaft noch gibt. Waza

 

Eine kleine Stadt im Osten Deutschland

Fakten und Daten über acht Jahrhunderte.

 

Egal aus welcher Richtung man kommt, schon aus weiter Ferne erkennt man das Wahrzeichen des Ortes, der mit diesem Artikel im Bewusstsein der ehemaligen Bewohner, Erinnerungen an das verlorengegangene zurückbringen soll.

Gleichzeitig aber glaubt der Verfasser auch, das bei vielen Lesern dieser Seite Interesse geweckt werden kann, für die diese Geschichte fremd ist, aber auch Verständnis bringt. Hier wird besonders an die jüngeren Menschen gedacht die wenig über Tatsachen der deutschen Geschichte informiert wurden. Es gibt eben Themen über die man nicht mehr spricht und sie werden Tabuisiert.

Wir wollen ihnen einen Ort vorstellen der nicht etwa im “ehemaligen Schlesien “ liegt, sondern in einem Land das auch heute noch, auch unter den neuen Bewohnern, in Schlesien liegt. Winzig heißt diese ehemalige deutsche Stadt. Sicher war dieses Gemeinwesen KLEIN aber der Name Winzig hat einen ganz anderen Ursprung. Der Name ist hervorgegangen aus den früheren Bezeichnungen für diese Stadt. Man nannte Sie Vin, oder auch später Winszk daraus wurde dann im Jahr 1285 der Ortsnamen Winzig der bis zum Jahr1945 Bestand hatte. Ja wo liegt denn nun diese Stadt genau? In rund 180 m Höhe, auf dem sogenannten schlesischen Landrücken, genauer auf den Winziger Höhen, war dieser Ort zu finden. Wohlau, die Kreisstadt, Steinau die Stadt an der Oder, Trachenberg undTrebnitz, der Ort mit dem Kloster der Heiligen Hedwig runden das Bild Winzigs ab.

Im Jahre 1218 wird der Ort erstmals erwähnt. Als Beweis gilt ein Dokument das zwischen 1216 und 1227 gefertigt wurde. Unter den Piastenfürsten, die von 1138 bis 1675 über Schlesien regierten, trennte sich Schlesien von Polen im Jahre 1202, und avancierte zu einem selbständigen Herzogtum. Das Land wurde von deutschen Menschen, aus allen Gebieten Deutschlands besiedelt, in einer friedlichen Aktion. Schlesien sie brachten westliche Kultur und Arbeitswillen mit und es entstanden Städte, Kirchen und Kloster, es entwickelte sich ein homogenes Gemeinwesen. Ab 1248 gehörte Winzig zum Fürstentum Glogau. Im Jahre 1285 gründete der neue Landesherr Primko die Stadt neu indem er hier Stadtrechte nach deutschem Recht einführte. Im Jahre 1335 Verzichtete König Kasimir III auf jegliche Ansprüche an Schlesien. In der Folgezeit wurde Winzig von vielen verschiedenen Fürsten beherrscht. Am 21.. Oktober 1432 erhielt Winzig ein neues Wappen..Der Ritter mir Weinrebe und Schwert ist auch heute noch, für die deutschen Winziger das gültige Wappen. In der Zwischenzeit wurde von den jetzt polnischen Menschen ein neues Winskover Wappen eingeführt. Im Laufe der Zeit, der Jahrhunderte gab es sehr wechselvolle Geschehnisse die dem Ort Höhen und Tiefen bescherte. Kriege, Stadtbrände und Krankheiten bis zur Pest den Bewohnern. Hungersnöte waren oftmals die Folge. In Winzig gab es 3 Gotteshäuser, für 3 verschiedene Glaubensrichtungen. Eine katholische Kirche wird schon im Jahre 1272 erwähnt. Durch einen Einfall der Hussiten wurde diese Kirche im Jahre 1492 zerstört. Erst 1550 wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, die wohl im Jahre 1560 eingeweiht wurde. Im Zuge der Lutherschen Reformation wechselte sehr oft das Nutzungsrecht. Mal evangelische, mal katholische Gottesdienste fanden statt. Die regierende Herrschaft bestimmte die Glaubensrichtung. Von 1743 bis 1886 war Winzig Garnisonstadt für einige Heere unterschiedlicher Nationen. Dieser stetige Wechsel belastete die Bevölkerung in hohem Maße. Nach vielen Notbehelfen wurde im Jahre 1884 mit dem Bau der jetzigen katholischen Kirche begonnen. Schon im Jahre 1886 konnte die Kirche eingeweiht werden. Nach 1945 wird die Kirche von den polnischen Bewohnern für die Gottesdienste genutzt. Derzeitig feiert man aber in der größeren, früheren evangelischen Kirche. Eine Initiative ehemaliger deutscher Winziger machte es möglich, unter viel persönlichen Opfern, diese Kirche zu renovieren und so zu gestalten das nun wieder würdige sakrale  Veranstaltungen stattfinden können. Die Kirche wurde im Jahre 1945 von den sowjetischen Kampftruppen willkürlich zerstört. Nicht wie oftmals zu hören war, durch Kampfeinwirkungen. Nachgewiesener maßen fanden um die Stadt Winzig keinerlei Kriegshandlungen statt.

Preußen und Schlesien

 Anno 1740 erhebt Friedrich II. von Preußen Anspruch auf Schlesien Er beruft sich auf den Erbvertrag von 1537! Er erobert das Land und sichert sich in 3 Kriegen, von 1740-42, 1744-45 und 1756-63 seinen Besitz.
Die nun folgenden Jahrzehnte  dienen der Beseitigung der Schäden, die der 7 jährige Krieg verursacht hat,
Der Bergbau und die Webereien erfahren eine besondere Förderung..

 Im Jahre 1813 wird Breslau zum Zentrum der Erhebung gegen Napoleon. Nach der Vergrößerung der Provinz Schlesien durch  Teile der Laussitz, als Folge der Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 erhält Schlesien seine endgültige Gestalt, die Form eines Eichenblattes.

 Der Erste Weltkrieg, von 1914 – 1918, berührte Schlesien mit keinen Kämpfen. Keine fremden Truppen kamen in das Land. Erst der Versailler Vertrag, der 1918 mit den Siegermächten abgeschlossen wurde, verstümmelte das Land; er teilt ohne Abstimmung das Hultschiner Ländchen der neu entstandenen Tschechoslowakei und Grenzbezirke von Niederschlesien dem polnischen Staate zu. Während über die Teile Oberschlesiens, in denen neben deutsch auch das sogenannte Wasserpolnisch gesprochen wurde, eine Volksabstimmung entscheiden sollte. Trotz zweier polnischer Aufstände ergibt die Abstimmung am 20. März 1921 60% der Stimmen für Deutschland. Wohlweisliich waren einige Kreise Oberschlesiens nicht in das Abstimmungsgebiet  einbezogen; sie hätten das Ergebnis zu Gunsten Deutschlands gewaltig verschoben. Trotz der eindeutigen Entscheidung der Bevölkerung teilen die Siegermächte das Abstimmungsgebiet und geben den wirtschaftlich wertvolleren Teil des Bergbau-und Industriegebietes an Polen.

Walter Zain,

aus Faltblatt der Landsmannschaft Schlesien.

 

Die Oder; der große Strom in Deutschlands Osten

die Lebensader unserer schlesischen Heimat.

 Mit einer Länge von 860 km gehört der Fluss zu den vier größten Hauptströmen Deutschlands. Die Oder entspringt im Odergebirge in einer Höhe von 634 m ü.M.,
etwa 21 km östlich der kleinen Stadt Olmütz.

Ab der Stadt Oderberg fließt sie durch schlesisches Land.  Sie nimmt ihren Weg
durch viele Städte denen sie das Tor in die weite Welt öffnet. Städte wie Ratibor,
Cosel, Oppeln, Brieg und Breslau, so wie später Steinau und Glogau nutzten viele
Vorteile die der Strom bietet. Über die Oder nahmen Erzeugnisse des Landes und
Produkte der in den Städten angesiedelten Fabriken ihren Weg zu den Märkten
und den Händlern für die Produkte der schlesischen, weltbekannten Hersteller.
 

Wer erinnert sich nicht an den Erdkundeunterricht? Die Oder und ihre Nebenflüsse
waren ein wichtiger Bestandteil unser Kenntnisse. Wir lernten dieses Thema auswendig und unser Wissen wurde des öfteren abgefragt.

Machen wir es uns einfacher und sagen wir einfach das es auf der linken Seite der Oder 12 Nebenflüsse gibt, mit den Namen,: Oppa -Zinna-Hotzenplotz-Glatzer Neisse -Ohle-Lohe-
Weißtritz -Katzbach -Bober mit Queiß-Görlitzer Neisse und letztendlich die Spree.
Rechtsseitig, also auf der Seite wo auch unser Winzig liegt speisen 8 Nebenflüsse den
Hauptstrom unserer Heimat;: die Ruda, die Klodnitz und die Malapane treffen noch
in Oberschlesien auf die Oder, die Stober-die Bartsch, die Weide und die Warthe mit
der Netze fließen also  aus dem östlichen Teil unserer Heimat in den Fluss Schlesiens.

 

Vor der Einmündung in die Ostsee bildete sich aus dem großen Strom ein sogenanntes
Trichterdelta, es bilden sich viele kleine Mündungsarme die sich am Stettiner Haff wieder vereinen und erst jetzt fließt die Oder in die Ostsee. Vom Ursprung bis zur
Vereinigung mit der Ostsee fließt der mächtige Strom, über eine Länge von ca. 600 km,
durch schlesisches Land.

 

Es herrschte ein starker Schiffsverkehr; 600 Motorschiffe (Schlepper) und rund
2690 Oderkähne waren auf dem Fluß beheimatet. Hinzu kommen aber noch unzählige
Freizeitkapitäne mit ihren Booten und Schiffen. Auf der Oder bewegten sich 18%
der deutschen Binnenflotte.

 

In den Häfen erfolgte ein Ladungsumschlag von 8.300 000 Millionen Tonnen. Davon
entfielen auf Cosel 3 Mill., auf Stettin 3,8 Mill und Breslau man höre und Steine hat mit nur 740 000 t die geringste Umschlag Menge.

 

In einer völkerrechtswidrigen Entscheidung wurde der Fluß zur Grenze zwischen
Polen und Deutschland erklärt. Polen erhielt fast das gesamte Heimatland Schlesien.

 

Das war vor jetzt 66 Jahren.-  (Waza)

 

Wo im breiten Oderstrom spiegeln Städte sich und Dom....................................
da bist du mein Heimatland !

 

Herzlich Willkommen,
der Patenschaftsbeirat Meschede / Westfalen - Winzig / Schlesien begrüßt Sie
herzlichst und freut sich über Ihr Interesse.

Geschichte

Heimatgemeinde Winzig Schlesien

Wappen der Stadt Winzig

1956 - 2006  50 Jahre Patenschaft Meschede - Winzig